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Seit über 35 Jahren ist Rolf Kohlrausch mit abwechslungsreichen Programmen als Konzertpianist in Europa tätig. Er gehört zu den wichtigsten und erfolgreichsten Klavierpädagogen im Rhein-Main-Gebiet. Darüber hinaus lehrt er seit 1985 als Dozent an der Universität Augsburg sowie seit 2007 an der Universität Würzburg.

Hörproben

Johannes Brahms – Rhapsodie g-moll op. 79 Nr. 2

Ludwig van Beethoven – Sonate d-moll op. 31 Nr. 2 „Der Sturm“, Allegretto (3. Satz)

Frédéric Chopin – Mazurka a-moll op. 68 Nr. 2

Claude Debussy – L´isle joyeuse

alle oben genannten Hörproben und noch weitere Interpretationen finden Sie in voller Länge auf Rolf Kohlrauschs CD, die Sie auch hier bestellen können…


Aktuell :

Seit März 2016 :

www.diebadhomburger.de

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Taunus-Zeitung – 9. Dezember 2015

Homburger Pianist begeistert in Kolumbien

Rolf Kohlrausch war auf einer Konzert- und Lehrreise in Südamerika

Zum zweiten Mal ist der Pianist Rolf Kohlrausch für eine Konzerttournee nach Kolumbien gereist. In Bucaramanga feierte der Homburger eine besondere Premiere : In der Universität konzertierte er vor fast 1000 Menschen – so viele wie nie zuvor.

VON MURIEL FRANK

Bad Homburg. Der Konzertpianist Rolf Kohlrausch lebt, wovon viele Künstler träumen. Er lernt auf seinen Konzerttourneen die Welt kennen. . „Vor wenigen Wochen bin ich 10 000 Kilometer weit zu einem Klavierfestival nach Kolumbien gereist“ , erzählt er nach seiner Rückkehr nach Deutschland.

Und es war nicht seine erste Reise nach Südamerika : Bereits 2012 hatte Kohlrausch unter dem Zuckerhut in Rio sowie in Sao Paulo in Brasilien und Medellin sowie Bogotá in Kolumbien konzertiert (TZ berichtete). Diesmal beschränkte der Homburger seine Gastspiele allerdings auf Kolumbien.

Sein erstes Konzert gab Kohlrausch am 15. August im Museo Nacional de Colombia in Bogotá, das sich hinter den dicken Mauern eines ehemaligen Gefängnisses befindet. „Das Künstlerzimmer hat nicht einmal ein Fenster, was zur Folge hat, dass es dort sehr kalt ist. Für einen Pianisten keine optimalen Bedingungen“, erzählt Kohlrausch.

Dennoch war sein Auftritt vor 200 Zuhörern ein voller Erfolg. „Vor der Pause habe ich den ersten Band der Debussy-Präludien gespielt“, erzählt der gebürtige Hannoveraner, der den französischen Komponisten einst während seines Studiums bei Branka Musulin an der Musikhochschule Frankfurt spielen und verstehen gelernt hat. „Der frühe Debussy ist romantisch, der spätere eher abstrakter, beinahe expressionistisch und nur die Atmosphäre einfangend“, beschreibt er. Nach der Pause begeisterte er sein Publikum mit Beethovens „Sturmsonate“ Opus 31/2. „Von einem deutschen Pianisten wird einfach erwartet, dass er einen deutschen Komponisten spielt“, begründet der renommierte Klavierpädagoge diese Wahl.

Am 16. August ging es für Kohlrausch nach Bucaramanga, die Hauptstadt des Distrikts Santander, nordöstlich von Bogotá. „Dort doziert eine ehemalige Studentin von mir an der Universidad Industrial de Santander. Sie hat auch alle meine Auftritte organisiert“, berichtet er.

Der große Saal im Herzen der Universität bietet Platz für 1000 Menschen. „Ich war beeindruckt“, gibt Kohlrausch zu. Auch wenn das Konzert nicht ganz ausverkauft war – auf den Rängen saßen rund 900 Menschen -, war es für den Pianisten eine besondere Premiere, denn : „Ich habe zwar schon vor 600 bis 700 Menschen gespielt. Doch so viele wie in Bucaramanga waren es noch nie.“

An der Universität gab Kohlrausch übrigens auch einen Meisterkurs. „Da stand auch ich unter Leistungsdruck, schließlich wollte ich den Schülern hilfreiche Impulse für ihr Spiel mitgeben“, gibt Kohlrausch zu.

Sein letztes Konzert gab der angesehene Klavierpädagoge am 21. August in Barrancabermeja vor rund 300 Menschen. Was ihm bei seiner Kolumbiein-Tournee besonders in Erinnerung bleiben werde ? „Das Publikum. Es ist unvoreingenommen, offen für das, was man als Künstler zu bieten hat und sehr begeisterungsfähig“, berichtet er.

Applaudierverhalten

Allerdings unterscheidet sich das Applaudierverhalten der Südamerikaner stark von dem der Deutschen : „Die Südamerikaner jubeln groß und spendieren den Künstlern häufig Standing Ovations. Doch ist man von der Bühne runter, hören sie sofort auf zu klatschen“, schildert der Pianist.

Nach seinen Konzerten gab er auf Wunsch der „Groupies“ noch viele Autogramme und posierte für Selfies. „Das hat mich überrascht. Man war der Held für einen Abend“, so Kohlrausch.